Anja Hoffmann

25 Jahre Bundesverband Museumspädagogik

Der Bundesverband Museumspädaogik als Mit-Organisator hat die Feier zu seinem 25jährigen Bestehen auf den Vortag der Tagung gelegt. Es wird nicht nur eine Mitgliederversammlung geben, sondern auch ein Treffen des Arbeitskreises „Bildung Vermittlung“ im Deutschen Museumsbund. Wir werden also in Köln alle versammeln, die vom Fach sind. Hier im Blog stimmen wir schon mal darauf ein und haben mit der ersten Vorsitzenden ein paar Gedanken über den Bundesverband und das Thema Museumspädagogik ausgetauscht.

Anja Hoffmann arbeitet am LWL-Industriemuseum I Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur in Dortmund. Sie hat Neuere Geschichte, Germanistik und Allgemeinen Sprachwissenschaften studiert und beschäftigt sich unter anderem schwerpunktmäßig mit inklusiver, lebenslanger Bildung und Vermittlung im Museum. Seit 2010 ist sie Jurorin beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten für NRW und vertritt seit 2015 den Bereich Museumspädagogik in der Kultusministerkonferenz.

Der Bundesverband feiert im Rahmen der Tagung auch sein Jubiläum. 25 Jahre Museumspädagogik: Was fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie an die wichtigste Veränderung in den letzten Jahren denken?
Vier Veränderungen haben meine Amtszeit seit 2010 maßgeblich geprägt:
Wir haben 2012 den Zuschlag für das Förderkonzept MuseobilBOX im Rahmen des Programmes „Kultur macht stark“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bekommen. Die bewilligten 10 Mio EUR waren für uns eine völlig neue Dimension der Drittmittelförderung. Dazu gehörte z.B. auch die neue Rolle als Arbeitgeber.

Es ist schön zu sehen, wie die Bündnisse vor Ort und die Qualität ihrer Arbeit stetig wachsen. Wir haben bislang bundesweit an ca. 160 Museen und ihre Bündnispartner Bundeshaushaltsmittel weitergeleitet. Damit haben über 9.000 Kinder und Jugendliche, die sonst vielleicht nicht in die Museen kämen, ihre Ideen und Projekte verwirklicht. Und wir haben als Verband jede Menge dazu gelernt, nicht nur aus den Erfolgen, sondern auch aus den Hürden, auf die wir in einem so großen Projekt stoßen.

Der BVMP hat mit der HWTK Leipzig und anderen Partnern endlich einen Masterstudiengang Museumspädagogik auf den Weg gebracht. Damit erfüllt sich ein lang gehegter Plan und die Ausbildung von Museumspädagog*innen bekommt eine völlig neue Perspektive.

Auch wichtig: Der BVMP twittert seit dem letzten Jahr – Dank der Offensive unserer Öffentlichkeitsfrau Elke Schneider. Ich kriege da leider nur schwer die Kurve, heißt, ich schaue den anderen gebannt beim Twittern zu – da ist noch Luft für persönliche Veränderung.

Und last but least: Wir – also der BVMP sowie alle Museumspädagogen – bekommen am 21. Oktober zum Geburtstag von unseren drei Mitgliedern Beatrix Commandeur, Hannelore Kunz-Ott, Karin Schad als Herausgeberinnen ein neues Handbuch Museumspädagogik. Darauf haben wir 35 Jahre gewartet.

Würden Sie mir folgende Sätze ergänzen?
Der Begriff Museumspädagogik …
… ist ein unverzichtbarer Bestandteil musealer Arbeit.

Die Verbandsarbeit ist für Museumspädagogen so wichtig, weil …
...wir als Vermittler in Museen und in der Kultur ein Netzwerk brauchen, um uns auszutauschen und qualitativ weiterzuentwickeln.
Für die nächsten 25 Jahre wünsche ich mir …
… ganz ehrlich: Angesichts des enormen ehrenamtlichen Engagements aller Mitglieder im erweiterten Vorstand, den Beiräten, in den Fachgruppen usw. eine Lösung für den BVMP, eine hauptamtliche Geschäftsführung einzusetzen.

Wie wichtig ist Ihnen – vielleicht gerade im Hinblick auf unser Tagungsthema – der Einfluss auch auf kulturpolitischer Ebene?
Die kulturpolitische Ebene wird leider auf regionaler Ebene, auch von den einzelnen Museen, aber auch auf Bundesebene häufig nicht genügend in den Blick genommen. Hier besteht noch viel Potenzial, denn wir können mitsprechen!

Gemeinsam ist man stärker! Auch die Tagung wurde mit diversen Bündnispartnern gestemmt. Welche Bedingungen führen Ihrer Meinung nach zum Erfolg bei gemeinsamen Projekten? (Gerne in Stichworten!)
Auf einer Augenhöge arbeiten – Informationstransparenz – klare Aufgaben-, Ziel- und Rollenklärung

Der Bundesverband Museumspädagogik macht sich auch das Thema „Qualifizierung“ zu eigen. Haben Sie eine Liste von den 10 wichtigsten Eigenschaften, die zukünftige Museumspädagoginnen und Museumspädagogen mitbringen müssen? Vielleicht auch vor dem Hintergrund der postmigrantischen Gesellschaft.
Ich finde die Frage schwierig zu beantworten, weil wir als Museumspädagogen schon viele Anforderungen zu erfüllen haben. Am wichtigsten wären mir 3 Qualifikationen: inter-kulturelle Kompetenz, Zielgerichtetheit, offene und prozessorientierte Arbeitshaltung

Wenn Sie an die Tagung „Zwischen den Welten“ denken …
.. dann freue ich mich auf viele neue Impulse und spannende Diskussionen.

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