Grußwort der Staatsministerin Prof. Monika Grütters

Staatsministerin Monika Grütters

Staatsministerin Prof. Monika Grütters MdB
Foto: Christof Rieken

Über eine Million Menschen haben im vergangenen Jahr in Deutschland Zuflucht gesucht – über eine Million Menschen, die zum allergrößten Teil mit nicht viel mehr als ihrer Hoffnung auf Sicherheit und Frieden bei uns angekommen sind. Ihnen Zukunftsperspektiven zu bieten, ist nicht nur eine innenpolitische, sozialpolitische und bildungspolitische Aufgabe. Es ist in besonderem Maße auch eine kulturpolitische Herausforderung. Denn kulturelle Teilhabe ist eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass Zuwanderer in der Fremde Geborgenheit finden.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die kulturelle Bildung noch mehr als bisher an Bedeutung. Gerade Museen können dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. Sie machen unsere Erinnerungen, unsere Werte, unsere Perspektiven auf die Welt sichtbar und erfahrbar. Dass sie prinzipiell offen sein können für Menschen unterschiedlichster Herkunft, ist gerade in der heutigen Zeit ihre Stärke. Museen offenbaren, dass uns – bei allen Unterschieden – viel mehr verbindet als uns trennt, dass die Unterschiede viel kleiner sind als die Gemeinsamkeiten. Eben dadurch können sie im transkulturellen Dialog „zwischen den Welten“ vermitteln. Um diesen Beitrag stärker sichtbar zu machen, habe ich gemeinsam mit Bund, Ländern und Kommunen sowie künstlerischen Dachverbänden und Akteuren aus der Zivilgesellschaft die Initiative „Kultur öffnet Welten“ ins Leben gerufen: Als Einladung zu interkulturellen Begegnungen vor Ort, aber auch als Ausdruck des Selbstverständnisses einer weltoffenen Gesellschaft. Sie soll ein Zeichen setzen für die kulturelle Teilhabe aller Menschen – unabhängig von Alter, Herkunft, sozialer Lage oder Beeinträchtigung.

Nicht weniger wichtig als konkrete Veranstaltungen und Projekte ist die Verständigung darüber, welche Rolle Kunst und Kultur bei der Integration spielen können und sollen. Deshalb freue ich mich, dass der Bundesverband Museumspädagogik diesem wichtigen Thema anlässlich seines 25-jährigen Bestehens eine Tagung widmet und unterschiedliche Facetten der kulturpädagogischen Arbeit mit Geflüchteten beleuchtet. Mögen die hier vorgestellten Praxisbeispiele breite Unterstützung – und auch viele Nachahmer – finden!

In diesem Sinne wünsche ich allen Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmern einen inspirierenden Austausch und gratuliere dem Bundesverband Museumspädagogik herzlich zu seinem 25. Jubiläum.

Prof. Monika Grütters MdB
Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin

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