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Identitäten in Köln

Vor Kurzem haben wir die Ausstellung „Identitäten in Köln“ eröffnet – eine Foto-Ausstellung, die im Rahmen des Herkunftssprachenunterrichts an Kölner Schulen entstand. Das Projekt lief über ein Jahr und die Eröffnung war ein großer Erfolg. Inklusive einer wunderbaren kleinen Performance, über deren Entstehung man hier einen feinen Blogbeitrag lesen kann. Wir möchten das Thema der Tagung in möglichst vielen Perspektiven spiegeln und dazu gehört auch die Frage, auf welche Weise die postmigrantische Gesellschaft sich im Rahmen der Kulturvermittlung abbilden lässt. Wir erweitern an dieser Stelle die Projektvorstellung über den Rahmen des Tagungsprogrammes hinaus. Um weitere Diskussionen – gerne auch auf unserem Blog – anzustoßen.

99 Schülerinnen und Schüler aus 9 verschiedenen Herkunftssprachenklassen hatten die Gelegenheit, sich im Museum Ludwig mit Candida Höfers Fotoserie „Türken in Deutschland“ zu beschäftigen und eine Ausstellung mit eigenen Arbeiten im Museum Ludwig zu realisieren. Das Programm basiert auf einer Kooperation des Museumsdienstes Köln mit dem ZMI – Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration. Seit 2010 geht es in derartigen Projekten darum, Kindern, Eltern und Lehrkräften die Kölner Museen nicht nur vorzustellen, sondern sie darin aktiv werden zu lassen.

Das Kölner Modell „Museumsprojekte für den Herkunftssprachenunterricht“ ist zurzeit einzigartig in der Bundesrepublik und zeigt, wie die Thematik „Integration und interkultureller Dialog“ gefüllt werden kann. Diese in Kooperation mit dem ZMI realisierten Projekte werden über eine einjährige Lehrerfortbildung erarbeitet.
Ausgangspunkt für die Projekte ist die Idee einer Spurensuche nach kultureller Identität im Museum. Über die Bezirksregierung werden interessierte Herkunftssprachenlehrerinnen und -lehrer angesprochen, die sich dann, unterstützt von einem Expertenteam, mit der Themenstellung im Museum beschäftigen und Unterrichtsideen entwickeln. Im 2. Schulhalbjahr führt man die Unterrichtsreihen durch und präsentiert die Ergebnisse im Museum.

Im aktuellen Projekt „Identitäten in Köln“ haben sich die Schülerinnen und Schüler ein Schulhalbjahr lang mit der Frage nach ihrer Identität in einer deutschen Lebenswelt und den Anteilen ihrer Herkunftskultur darin beschäftigt. Sie stellten sich der Frage, wie sich dies mit den Mitteln der Fotografie darstellen lässt. Die berühmte Fotoserie von Candida Höfer, aber auch andere Kunstwerke aus dem Museum Ludwig halfen dabei, die Thematik formal und inhaltlich zu erschließen. Hier sind die Sieger-Fotos

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Im Fokus der Unterrichtseinheiten, die die einzelnen Kolleginnen geplant haben, stand die Auseinandersetzung mit dem Umfeld der Kinder. Wie erleben sie sich und ihre Herkunftskultur in der kölnischen Gesellschaft? Da wurden Kinderzimmer erforscht, die Wohnstraße, Geschäftsviertel und Supermärkte. Es wurden Familienfeste dokumentiert oder Tagesabläufe untersucht. Mit dem Fotografen Maurice Cox wurde in Workshops die Frage beantwortet, was ein gutes Foto ist. Danach folgte die Motivsuche und es wurden Qualitätskriterien dafür diskutiert.

Im Museum Ludwig konnten ausgewählte Kunstwerke anhand einiger Leitfragen analysiert werden: Was erzählt das Bild über den Ort? Was erfahren wir über die Menschen? Welche Bedeutung haben die Dinge? Mit Hilfe des Creative Writing gelangen Texte, die einen Modellcharakter für die schulische Umsetzung hatten.
Vor den Sommerferien des Schuljahres 2016 sollten dann aus den Projektklassen jeweils 10 Fotos für eine Ausstellung im Museum Ludwig eingereicht werden. Die Schülerinnen und Schüler mussten ihre Fotos vorjurieren und hatten dadurch die Gelegenheit, selbst noch einmal die Qualitätskriterien auf die Bilder anzuwenden. Es war spannend, der Jury in den Argumentationen zu folgen. Neben den formalen Kriterien wurde auch immer wieder die Motivwahl gelobt. Bei allen eingereichten Arbeiten ließ sich die Identität an Spuren der Herkunftskultur im deutschen Alltag festmachen.

Bildergalerie von der Eröffnung

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Die Broschüre zum Projekt enthält auch einige methodische Hinweise und bildet sämtliche eingereichte Fotos inklusive der dazu entstandenen Texte ab. broschuere_final

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