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Kulturelle Bildung im transkulturellen Dialog

Im Untertitel zur Tagung sprechen wir vom transkulturellen Dialog. Diesen Aspekt möchten wir im heutigen Beitrag einmal näher beleuchten. Dr. Caroline Gritschke hat uns hierzu einen Beitrag übermittelt, der näher ausführt, welche Fragen zu stellen sind und in welche Richtung zukünftige kulturelle Bildung sich entwickeln sollte. Sie hat mit Dr. Maren Ziese ein Buch zu dem Thema herausgegeben, auf das wir an dieser Stelle gerne verweisen. Das Beitragsfoto dazu stammt von Milad Ahmadvand.

Wohin soll die Reise gehen? Viele Museen und Kultureinrichtungen denken über Vermittlungs- und Bildungsprogramme mit Geflüchteten nach und entwickeln Strategien für die Ansprache einer neuen Zielgruppe. Gleichzeitig verändert sich der öffentliche Diskurs über Flucht, Asyl und Geflüchtete. Populistische Gruppierungen machen gegen die Neuhinzugekommenen Front und immer neue gesetzliche und grenzpolitische Maßnahmen sollen eine weitere Zufluchtnahme in Europa verhindern. Die in den letzten Jahren zu uns geflohenen Menschen aber sind noch da, zum Großteil immer noch in Sammelunterkünften untergebracht, versuchen sie im neuen Leben zurecht zu kommen. Welche Perspektiven sind geeignet, in einem derartigen gesellschaftlichen Spannungsfeld Vermittlungs- und Bildungsprogramme mit Geflüchteten zu entwickeln?

Transkulturalität

Jenseits einer Zielgruppenadressierung verstehen sich Museen oft als Foren, in denen Menschen einander begegnen können. Dabei spielt der Begriff der „Transkulturalität“ eine zunehmend wichtige Rolle! Demnach sollen Kulturen nicht länger als homogene und geschlossene Einheiten verstanden werden, die einander als „eigen“ und „fremd“ gegenüberstehen, sondern als zunehmend hybrid, flexibel und vermischt. Dieses in Bildungszusammenhängen überwiegend positiv aufgenommen Konzept greift für Kulturelle Bildung im Museum allerdings zu kurz, verdeckt es doch die Kämpfe um Zugehörigkeit und die Machtkonstellationen, die Partizipationschancen steuern. Das wird gerade im Bereich Flucht und Asyl deutlich: Die Möglichkeiten, über das eigene Leben zu bestimmen und es zu gestalten, sind für geflüchtete Menschen zumindest vorübergehend stark eingeschränkt.

Aber:
Dialogräume im Museum können diese Differenzen zum Thema machen und Kulturelle Bildung in einen gesellschaftlichen Zusammenhang stellen. Positionen und Handlungsmöglichkeiten für Vermittlungsarbeit in Museen und Kultureinrichtungen auf dem Weg zu einer Gesellschaft, die Vielfalt und Heterogenität lebt und anerkennt, haben Dr. Maren Ziese und ich in unserem Buch „Geflüchtete und Kulturelle Bildung“ aus sehr unterschiedlichen Positionen untersucht und in Projekten praktisch erprobt.

Das Inhaltsverzeichnis und eine Leseprobe gibt es hier
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