Guides des Projekts „Multaka: Treffpunkt Museum“ | © Staatliche Museen Berlin, Museum
für Islamische Kunst, Foto:  Milena Schlösser

Multaka: Treffpunkt Museum – Geflüchtete als Guides in Berliner Museen

Das Beitragsbild zeigt die Guides des Projekts „Multaka: Treffpunkt Museum“ | © Staatliche Museen Berlin, Museum für Islamische Kunst, Foto: Milena Schlösser

Projektvorstellung

Mit einem spannenden Projekt kommen Heike Kropff (Leitung Bildung und Vermittlung) und Razan Nassreddine (Projektleitung) von den Staatlichen Museen zu Berlin nach Köln, um aus der Praxis zu berichten. „Multaka: Treffpunkt Museum“ wurde durch mehrere Förderer möglich gemacht: dem  Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), der Schering-Stiftung, der Stiftung Deutsches Historisches Museum, den Freunden des Museums für Islamische Kunst im Pergamonmuseum e.V., sowie zahlreiche private SpenderInnen. Und es ist bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Im November 2015 startete man und geplant ist eine Laufzeit bis April 2017. Das Medienecho war riesengroß. Sogar die New York Times berichtete. Wir haben vorab ein Abstract von Heike Kropff erhalten, in welchem sie das Projekt kurz vorstellt. Auf den Austausch über die Erfahrungen damit sind wir sehr gespannt.

Das Projekt „Multaka: Treffpunkt Museum – Geflüchtete als Guides in Berliner Museen“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Museum für Islamische Kunst, dem Vorderasiatischen Museum, der Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin und dem Deutschen Historischen Museum. Im Rahmen des Projekts wurden 19 syrische und irakische Geflüchtete zu Museums-Guides fortgebildet, um Museumsführungen für arabisch-sprachige Geflüchtete in ihrer Muttersprache anbieten zu können. „Multaka“ (arabisch: Treffpunkt) steht dabei für den Austausch verschiedener kultureller und historischer Erfahrungen.

In Zusammenarbeit mit dem Referat Bildung, Vermittlung, Besucherdienste der Staatlichen Museen zu Berlin und der Abteilung Bildung und Vermittlung des Deutschen Historischen Museums wurde ein inhaltliches und methodisch-didaktisches Training für die zukünftigen Guides erarbeitet. Dabei wurde ein dialogischer Ansatz verfolgt: Die Guides wählen für ihre Führungen Objekte aus, die für sie wichtig sind, und diskutieren darüber mit den anderen Geflüchteten.

Stefan Weber, Direktor des Museums für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin und einer der Projektinitiatoren, berichtet: „Das ist wie eine Bombe eingeschlagen. Ich habe immer gedacht, Vermittlungsarbeit heißt ,Unser Wissen besser zu vermitteln‘, jetzt merke ich, es heißt aber auch, zu sagen ,Ich bin Kurator, aber ich muss nicht alles bestimmen‘, also unsere wissenschaftliche Deutungshoheit darüber, was vermittelt wird, etwas abzugeben. Es geht darum, zuzulassen, dass Menschen den Raum für sich selber nutzen, mit ihren eigenen Ansätzen, mit ihren eigenen Fragen. […] Durch diese neue Form der Führungen ist es uns gelungen – erstmal rein zufällig – Objekte aus der Vergangenheit in die Gegenwart zu ziehen und damit als Reflexionsorte für uns heute anzubieten.“

Seit Dezember 2015 werden wöchentlich einstündige Führungen in den beteiligten Museen angeboten. Die Ausstellungsgespräche richten sich an Jugendliche und Erwachsene. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Angebote werden in erster Linie über Social Media-Kanäle wie Facebook und persönliche Kontakte weiterkommuniziert. In Ergänzung zu den arabischsprachigen Führungen bietet „Multaka: Treffpunkt Museum“ seit März 2016 Workshops an, die sich gleichzeitig an arabischsprachige Geflüchtete und an ein deutschsprachiges Publikum richten.

In unserem Vortrag stellen wir Besonderheiten und Herausforderungen des national wie international hohe Aufmerksamkeit generierenden Projekts vor.

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