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Pädagogik der Anerkennung: ein Konzept für eine zeitgemäße Geschichtsvermittlung

Projektvorstellung

Einen weiteren Bericht aus der Praxis wird Dr. Ruth Preusse von der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz vorstellen. Sie spricht über die Beteiligung des Hauses am Projekt „Was ist frau ohne ihre Geschichte?“, welches mit Migrantinnen und Geflüchteten im Rahmen eines mehrteiligen Förderprogramms der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ stattgefunden hat.

Die Gedenk- und Bildungsstätte existiert seit 1992. In der Villa, in der sich am 20. Januar 1942 Angehörige der Funktionseliten des Drittes Reiches zu einer Besprechung über die „Endlösung der Judenfrage“ zusammengesetzt haben, finden seitdem Bildungsveranstaltungen zu Nationalsozialismus, Holocaust und dem Umgang mit den Verbrechen nach 1945 statt.

In der Arbeit mit den jugendlichen und erwachsenen Besuchern macht sich die Bildungsabteilung unter der Leitung von Dr. Elke Gryglewski für eine „Pädagogik der Anerkennung“ stark. Diese Haltung führte zur Beteiligung an einem Projekt des Kulturvereins Karame e.V. mit geflüchteten Frauen, die dort seit 2012 bei ihrem Integrationsprozess unterstützt werden: Die Überzeugung, dass die Kenntnis geschichtlicher Zusammenhänge dabei einen wertvollen Beitrag leisten könnte, führte zur Beschäftigung mit der Erinnerungskultur allgemein und im Besonderen mit der Zeit der NS-Diktatur in Deutschland – und für diesen Teil wurde das Haus der Wannsee-Konferenz zum Kooperationspartner.

Die Arbeit mit den Frauen ist nach einem reinen Männerprojekt und einem altersübergreifenden Dialogprojekt bereits die dritte Auseinandersetzung mit Geschichte(n) in der Einwanderungsgesellschaft. Es wird spannend sein, zu erfahren, welche inhaltlichen Erkenntnisse dabei gewonnen wurden und auch, welche organisatorischen Erfahrungen die Projektbeteiligten (u.a. der arabische Kulturverein Karame) dabei gemacht haben.

 

 

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