Prof. Dr. Wiebke Ahrndt

Statement von Prof. Wiebke Ahrndt

Die Vize-Präsidentin des Deutschen Museumsbundes und Direktorin des Übersee-Museums Bremen, Frau Prof. Dr. Wiebke Ahrndt wird auf dem Podium über die internen Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Wandel an den Museen diskutieren. Dazu erreichte uns vorab ihr Statement, das wir gerne zur Einstimmung auf die Tagung an dieser Stelle veröffentlichen. (Das Beitragsbild stammt von Matthias Haase (c) Übersee-Museum Bremen)

Um den Herausforderungen der diversen Gesellschaft adäquat begegnen zu können, müssen sich die Museen nicht nur öffnen, sondern auch wandeln. Als Museumsmacher müssen wir unsere Haltungen kritisch hinterfragen, um umsichtige Museumsarbeit im Kontext von Migration und Vielfalt leisten zu können. Dies sind keine Themen, die nur die betreffen, die einen so genannten Migrationshintergrund haben. Sie betreffen uns alle, die wir Teil dieser Migrationsgesellschaft sind. Nur wenn wir Museen auch als lernende Institutionen begreifen, werden wir mit den Entwicklungen unserer Gesellschaft Schritt halten können. Zum Beispiel bietet seit Beginn der starken Flüchtlingsströme im vergangenen Jahr das Übersee-Museum kostenlose Führungen für Geflüchtete an. Dabei wurde sehr schnell deutlich, dass der Blick dieser Museumsbesucher auf die Ausstellungen, die Einordnung der Objekte und die für sie besonders interessanten Themen anders sind, als angenommen. So ergeben sich auch für die Museumsmitarbeiter neue Zugänge zu Themen und Ideen für neue Vermittlungsformate – ein Gewinn für alle Beteiligten.

Als Deutscher Museumsbund ist es uns ein Anliegen, zur Qualität der Museumsarbeit und zur Qualifizierung der Museumsmitarbeiter beizutragen. Unser Ziel ist dabei, die Museen nachhaltig in unserer Gesellschaft zu verankern und dazu beizutragen, dass sie fit für die Zukunft sind. Wir nähern uns unserem Ziel in vielfältiger Weise, u.a. durch unsere Reihe der Leitfäden. Dies sind praktische Handreichungen für die Museumsarbeit. So haben wir im vergangenen Jahr den Leitfaden „Museen, Migration und kulturelle Vielfalt. Handreichungen für die Museumsarbeit“ vorgestellt. Die Publikation soll Museen dabei unterstützen, sich interkulturell zu öffnen, Migrationsgeschichte und kulturelle Vielfalt als Querschnittsthemen zu etablieren sowie einen Prozess der Neuausrichtung auf eine vielfältige, diversifizierte Gesellschaft anregen. Die Publikation wurde von Mitgliedern des Arbeitskreises Migration im Deutschen Museumsbund erarbeitet unter Beteiligung von Vertretern von Migrantenselbstorganisationen und anderer Akteure und Experten aus dem Bereich der Migration. Ausgangspunkt für die Erarbeitung des Leitfadens ist die Überzeugung, dass kulturelle Vielfalt als Leitthema sowie die Herausforderung, Museumsarbeit für eine plurale Gesellschaft zu leisten, neue Sichtweisen und Narrative erfordern. Dies gilt für alle Museumssparten, wobei sich der neue Blickwinkel je nach Museumstyp anders konkretisieren kann.

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