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Voraussetzungen für Museumsprogramme mit Geflüchteten

Vorstellung der Impulse

Doris Hefner wird mit Ihrer Namenskollegin Eleonore Hefner auf der Tagung ein Gespräch über die externen Rahmenbedingungen für die Arbeit mit Geflüchteten führen. Sie hat uns vorab schon einmal einige zentrale Aspekte aufgelistet, die aus ihrer Sicht unabdingbar für das Gelingen von Projekten in diesem Zusammenhang sein können.

Doris Hefner ist freischaffende Kulturvermittlerin und arbeitet mit culturalive vor allem auch in der Weiterbildung für Museumspädagogen. Sie ist Archäologin und bietet neben der Beratung auch die Erstellung von museumspädagogischen Konzepten und Rahmenprogrammen an. Wir freuen uns auf ihren Impuls zur Tagung und sind sicher, dass die Diskussion dadurch angeregt wird. Gerne sammeln wir auch schon im Vorfeld Fragen oder Anmerkungen zu diesem Thema. Einfach hier kommentieren und wir greifen das auf!

Will man Programme für Geflüchtete im Museum anbieten, braucht es mehr als ein gut durchdachtes Vermittlungskonzept. Denn – wie immer – hilft das beste Angebot nichts, wenn niemand kommt. Um dieses „Kommen“ zu ermöglichen, sollten vorab Stolpersteine, Hindernisse und andere Rahmenbedingungen abgeklärt werden. Für Geflüchtete außerhalb des Kindergarten- und Schulbereichs zählen dazu insbesondere folgende Aspekte.

Zum einen ist die Kenntnis der lokalen Bedingungen der Geflüchtetenarbeit wichtig. Dazu zählen die lokalen Akteure in der Flüchtlingsarbeit ebenso wie die Unterbringung und Zusammensetzung der Geflüchteten vor Ort.

Zum anderen ist es ausgesprochen hilfreich, den Kontakt zu Ansprechpartner_innen aus der Geflüchtetenarbeit herzustellen. Asylhelferkreise, Pädagog_innen in den Wohnunterkünften, Ämter wie Ausländerbehörde oder Landratsamt sind hierbei die erste Anlaufstelle.

Aber auch dort darf man nicht zwangsläufig auf ein großes „Hallo“ hoffen. Gerade Asylhelfer_innen, die zumeist ehrenamtlich tätig sind, sind bereits mit ihren „alltäglichen“ Aufgaben im Rahmen der Betreuung der Geflüchteten stark gefordert.

Ist diese Hürde genommen, erfüllen Asylhelfer_innen und andere Vertrauenspersonen der Geflüchteten eine ganz wichtige Mittlerfunktion. Sie haben unmittelbaren Zugang zu dieser Zielgruppe, können einschätzen, welche Personen wie anzusprechen und für die Teilnahme zu motivieren sind.

Außerdem können sie etwaige Bedenken ausräumen, Schwellenängste abbauen und der Gruppe Sicherheit vermitteln. Auch im organisatorischen Bereich sind sie wichtige Projektpartner_innen. Denn sie können Termine koordinieren und kommunizieren, für die Einhaltung der Termine sorgen sowie die Organisation der Anreise und die Begleitung des Museumsbesuchs übernehmen oder organisieren. Gerade Letzteres erweist sich immer wieder als wichtige Voraussetzung für die Teilnahme an Programmen.

Schließlich ist wie bei allen Projekten eine gesicherte Finanzierung eine wesentliche Voraussetzung. Hierfür sind regionale Partner wie Landratsämter, Stadtverwaltungen, Stiftungen und Förderer oder größere Förderprogramme die geeigneten Kooperationspartner.

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